Schildkröte oH--1

Übersicht über mögliche Auswirkungen von Hörschäden:

 

Art der Hörbeeinträchtigung

 

Hörstörungen im Bereich des Mittelohrs

Hörschäden im Bereich des Innenohrs

Auffälligkeiten im Bereich:

 

wechselhafte Mittelohrstörungen

 

andauernde Mittelohrstörungen

 

einseitiger Hörschaden

 

nicht erkannte beidseitige Hochtonschwerhörigkeit

nicht erkannte beidseitige mittelgradige Schwerhörigkeit

akustische Reak-tionsbereitschaft

Kind ist aus der Nähe normal ansprechbar;

Nicht-hören wird als Nicht-hören-wollen missverstanden;

Kind reagiert auf fast alles adäquat, nur bei Störgeräuschen

Kind reagiert meist adäquat, da die meisten Geräusche einen Tiefton- und Mitteltonanteil haben,

eingeschränkte Reaktionsfähigkeit; Kind ist nur aus

bzw. Reaktions-fähigkeit:

Kind reagiert teilweise adäquat, teilweise jedoch nicht

Kind reagiert häufig verzögert oder nicht adäquat

(Lärm) nicht mehr; Kind kann sich akustisch schlecht orientieren (kein Richtungshören!)

der vom Kind wahrgenommen wird

der Nähe ansprechbar; es zeigt häufig wenig Interesse an akustischen Ereignissen

Sprach-verständnis:

unauffällig

meist unauffällig mit leichten Unsicherheiten

meist unauffällig

meist unauffällig oder nur geringe Einschränkungen

unauffällig bis erheblich eingeschränkt

Sprache:

meist geringer Sprachentwicklungsrückstand

meist unauffällig

unauffällig bis deutlicher

unauffällig bis Kommunikati-

 

partielles Stammeln (besonders der Zisch-laute „s“, „sch“, „ch“, „f“); Unsicherheit im Sprach-verhalten oder wirkt sprechscheu

partielles bis multiples Stammeln; manchmal Balbuties (Stottern); unbetonte Wortsilben wie Endungen werden „verschluckt“; Kind wirkt sprachlich zurückhaltend bis kommunikationsscheu

keine Stammelfehler bis partielles Stammeln möglich; im Gespräch mit einzelnen und in ruhiger Umgebung unauffällig, in der Gruppe Kommunikationsprobleme; Kind versteht Flüstersprache!

Sprachentwicklungsrückstand meist Stammelfehler der Zischlaute „s“, „sch“, „ch“ und „f“; Differenzierungsschwäche der Nasallaute „m“, „n“, „ng“ und der Plosivlaute „b/p“, “d/t“ und „g/k“

onsstörung; multiples bis universelles Stammeln; Sprache in Semantik, Syntaktik, Grammatik, Phonematik und Prosodie gestört; verstümmelte oder verwaschene Sprache bis Mutismus

Sozialverhalten:

fast ohne Ausnahmen soziale Auffälligkeiten! Kind ist ängstlich und verschüchtert, meidet häufig den Kontakt zu Erwachsenen, zeigt Angst vor Ärzten in weißen Kitteln; ist ein „stilles Kind“ und in der Gruppe stark zurückgezogen; manchmal ist es aber auch übermäßig laut und schrill; häufige Aggressionen

 

ohne ersichtlichen Grund

Kind zeigt autistische Züge

Lernen und Konzentration:

Kind kann sich nur schwer konzentrieren; oft Lernprobleme im Zusammenhang mit einem Gesamtentwicklungsrückstand bis hin zur Lernschwäche

Konzentrationsstörung und Lernschwierigkeiten möglich

Konzentrationsfähigkeit und Lernen sind meist beeinträchtigt

Kind ist häufig sehr unkonzentriert; Verdacht auf Lernbehinderung

Motorik:

Kind ist häufig hypermotorisch und zappelig

manchmal Störung des Gleichgewichts

Schulentwicklung

Konzentrationsprobleme, Verhaltensprobleme, Lese-Rechtschreib-Schwäche, etc. führen in fast allen Fällen zu Schulproblemen (am ausgeprägtesten im Fach Deutsch und hier besonders bei ungeübten Diktaten, aber auch in Mathematik und den Sachfächern); Kind ist ein „Außenseiter“;

Begleiterscheinungen:

fast immer falsche Atmung (Mundatmung, Hochatmung); häufige Erkältungskrankheiten; geringe Schlaftiefe, manchmal Appetitlosigkeit; psychische Unsicherheit

Konzentrationsstörung und Lernschwierigkeiten möglich

Konzentrationsfähigkeit und Lernen sind meist beeinträchtigt

Kind ist häufig sehr unkonzentriert; Verdacht auf Lernbehinderung

mögliche organi-sche Ursachen:

Tubenfunktionsstörung, Mittelohrerguss, „Polypen“, häufige Erkältungskrankheiten, Allergien, Kieferfehlstellung, Störungen des lymphatischen Systems ...

Hörsturz, Lärmschaden, perinataler Sauerstoffmangel oder toxische Einwirkungen, Schädigung des Nervus akustikus, Akustikus-Neurinom ...

perinataler Sauerstoffmangel oder toxische Einwirkungen, chronische Otitis (Mittelohrentzündung), Mittelohreiterung mit Durchbruch ins Innenohr, Vererbung, Hörsturz usw.

Innenohrschäden sind nicht behebbar!

Therapiemöglich-

Erkennen des Hörschadens als absolute Voraussetzung! Fachärztliche Untersuchung und Therapie ist in jedem Fall notwendig!

keiten:

fachärztliche Therapie, Korrektur der Falsch-Atmung, Sprachtherapie / Logopädie; pädagogisch- audiologische Beratung

fachärztliche Therapie, Korrektur der Falsch-Atmung, Sprach-therapie/Logopädie, Kieferregulierung; pädagogisch-audiolo- gische Beratung

gezielte pädagogische Maßnahmen zuhause, im Kindergarten oder in der Schule, evtl. Hörgeräteversorgung; pädagogisch- audiologische Beratung

in den meisten Fällen beidseitige Hörgeräteversorgung, Hör- und Absehtraining, Sprach- förderung Logopädie; päda- gogisch-audiolog. Beratung

beidseitige Hörgeräteversorgung, Hör- Sprech- und Absehtraining; spezielle Hilfen; pädagogisch-audiologische Beratung

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